Der Bitcoin ist aktuell (wieder) in aller Munde. Mit unserem letzten Blogbeitrag sind wir den wichtigsten Fragen rund um die Kryptowährung einmal auf den Grund gegangen. Denn: „Die Leute fangen erst an zu verstehen, was Bitcoin eigentlich ist.” Das zumindest war der Konsens beim gestrigen Clubhouse Talk. Mit dabei: Benjamin Heese und Jonas Hartmann von Feelbelt, Jerome Lange von koppla, Martin Klemann (Softwareentwickler), Ewald Serafini von Cake DeFi (CEO: Dr. Julian Hosp) und Julius Leglise, der an der TU Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Wer den Talk verpasst hat, kann im Folgenden nachlesen, wie die Teilnehmer zum aktuellen Hype stehen, wo die Chancen bei Bitcoin liegen und, ob nun ein Ausstieg angebracht ist.

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Bitcoin ist noch nicht im allgemeinen Interesse angekommen

Die Clubhouse-Teilnehmer waren sich einig: Der Hype um Bitcoin nimmt zu bestimmten Zeitpunkten an Fahrt auf und flacht danach wieder ab. Softwareentwickler Martin Klemann meint, nach dem Hype folge immer die Ernüchterung bzw. ein Abflauen des Themas. „Nachdem geklärt ist, wann und wo die Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann, kommt ein Punkt, an dem sich das Ganze einpegelt”, so Klemann. Demnach befinde sich der Bitcoin aktuell genau zwischen Hype und Abfall.

Ewald Serafini weist vor allem auf die Aufklärungsarbeit hin, die rund um den Bitcoin noch geleistet werden müsse. „Die Leute beschäftigen sich erst dann mit dem Thema, wenn es in den Medien auftaucht”, sagt Serafini. Und das ist der Bitcoin in den letzten Wochen durchaus. Zwischenzeitlich hatte der Pionier unter den Kryptowährung fast die 60.000 Dollar-Marke erreicht (Handelsblatt), doch fiel danach wieder ab. Durch Tesla-Chef Elon Musk ist der Bitcoin nicht nur zurück in das Bewusstsein der breiten Masse getreten, sondern hat auch eine steile Kursfahrt unternommen. Dennoch gebe es viele offene Fragen zu klären, so Serafini weiter: „Kann man damit reich werden? Was ist eigentlich Geld? Was ist Wert?

Bitcoin und Blockchain sind nicht ein und dasselbe – Problem oder Chance?

Julius Leglise sieht die Art der Abbildung des Bitcoin in Medienberichten als kritisch an: „Es geht immer nur darum, wann die Blase platzt. Das ist die falsche Frage. Das Interessante an Bitcoin ist die Blockchain.” Bei Letzterer ginge es stets um die immer gleichen Kritikpunkte, die medial zur Sprache kämen. So verbraucht die Blockchain, die die digitalen Transaktionen auf einer dezentralen Datenbank abspeichert, auf Grund der großen Rechenkapazitäten viel Energie. Doch dafür gebe es bereits Lösungen. Zudem, pflichtet Serafini bei, werde versucht, zunehmend grünen Strom zu verwenden, doch dies werde medial nicht abgebildet. „Wir sollten eher über die Chancen von Bitcoin reden”, sagt Leglise. Und das taten die NEXT Talk-Teilnehmer:

Im NEXT Talk waren v. a. die Chancen von Bitcoin Thema. (Pexels/Andrew Wilus)
Im NEXT Talk waren v. a. die Chancen von Bitcoin Thema. (Pexels/Andrew Wilus)
  • Bitcoin ist ein Wertspeicher und zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch mehr Wert.
  • Die Nutzer können ihre Bitcoin schlicht als etwas behalten, das ihnen keiner nehmen kann.
  • Bitcoin fungiert als Türöffner für andere Kryptowährungen. Wer in Krypto investieren will, schaut sich erst Bitcoin an und dann meist auch andere digitale Währungen wie Etherum.
  • Durch seine Vorreiterrolle entsteht eine Art selbstverstärkender Effekt: Der Bitcoin wird oft als Beispiel für digitale Währungen gebracht.

Daneben bietet auch die Blockchain zahlreiche Chancen. Sie könne nicht nur als Zahlungsmittel verwendet werden, sagt Jerome Lange, sondern beispielsweise auch für dezentrale Stromnetze. Auch hier sei noch Aufklärung nötig.

„Die Blockchain ergibt einen riesigen Blumenstrauß an Möglichkeiten” – Martin Klemann

Ein Problem bei Bitcoin sei, dass die Blockchain immer mit Bitcoin gleichgesetzt werde, lautet eine weitere wichtige Erkenntnis aus dem NEXT Talk. Dem entgegen steht jedoch eine andere Perspektive: Durch die fälschliche Gleichsetzung habe es der Bitcoin unbewusst geschafft, eine Brand aufzubauen und Trust zu erzeugen, meint Benjamin Heese. Diese Verbindung sei aus den Köpfen so schnell nicht mehr rauszukriegen.

Aus Bitcoin aussteigen: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Heese erzählt von einer spannenden Beobachtung: „Vor ein paar Jahren habe ich einfach etwas Geld in Kryptowährung gesteckt – auch in Bitcoin. Bei der aktuellen Wertsteigerung ist es spannend zu schauen, wie sich das psychologisch auf einen auswirkt.” Auf seine Frage hin, ob nun ein Handeln gefordert ist, lautet die Devise von Serafini: „Man muss sich wohlfühlen und gut schlafen können.” Ist diese Grundlage nicht mehr gegeben, sei es an der Zeit „ein paar Chips vom Tisch zu nehmen” und diese beispielsweise an anderer Stelle zu investieren, schließt der Cake DeFi Community Management Lead.

Auf die übergeordnete Frage aus dem Clubhouse Talk „Bitcoin – Zahlungsmittel der Zukunft?” antwortet Julius Leglise schlussendlich: „Naja.” Bitcoin sei als Wertspeicher interessant. Doch sowohl für das Thema Bitcoin als auch Blockchain liege eine spannende Zukunft vor uns. Klemann ergänzt: „Die Blockchain ist ein Werkzeug, bei dem man noch herausfinden muss, was man damit am besten machen kann.”

Seid beim nächsten NEXT Talk dabei!

Jeden Mittwoch Abend, meist um 20.30 Uhr finden sich Benjamin Heese und verschiedene Gäste unter dem Motto NEXT Talk zusammen, um über diverse Themen zu sprechen. Seid dabei und diskutiert mit!